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Musik-Business unterschätzt bisher noch die Nachfrage in Osteuropa 15.08.07

M’era Luna 2007: Die Sonne geht im Osten auf, der Mond vielleicht in Zukunft auch? Beispiel: Musikfestivals der Alternativen und Schwarzen Szene

Der Handel zwischen Ost und West blüht – Deutschland ist weiterhin exportstark, Osteuropa eine der wichtigsten Zielregionen.

Was in anderen Branchen als Zielmarkt bereits entdeckt ist, wird im Musik-Business noch ignoriert. Dabei schlummert hier besonders viel Export-Potential – die Nachfrage ist da, bedient wird sie nur vereinzelt!

Bands aus Osteuropa sind in Deutschland kaum bekannt – vereinzelt tauchen mal Gruppen wie die russische Girlie-Skandalband Tatu oder die Boy-Band O-Zone aus der Republik Moldau mit ihrem Sommerhit „Dragostea Din Tei“ in den deutschen Charts auf. Deutsche Gruppen dagegen, wie z. B. die in den 80er Jahren bekannt gewordene und immer noch sehr aktive Gruppe Alphaville (www.alphaville.de) fahren in Osteuropa live große Erfolge ein! Sie sind dort bekannt, beliebt und sehr nachgefragt!

Hier ist vor allem Konzept-Arbeit gefragt. Aktuelles Beispiel ist das M’era Luna Festival (www.meraluna.de), das seit dem Jahr 2000 von der Firma FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH einmal jährlich veranstaltete Musikfestival der Alternativen und Schwarzen Szene. Mit beständigen Besucherzahlen von mehr als 20.000 Menschen ist das M’era Luna Festival neben dem in Leipzig stattfindenden Wave-Gothic-Treffen eines der größten Festivals dieser Art in Deutschland. Auch dieses Jahr traten wieder 39 Bands aus aller Welt am zweiten Augustwochenende auf und machten den Flughafen Hildesheim-Drispenstedt einmal mehr zum Mekka für die Fans von Wave, Gothic, Industrial, Mittelalterfolk, Indie-Rock und Synthie-Pop.

In Mittel- und Osteuropa gibt es dagegen nur ein vergleichbares Event dieser Art in Polen. Die Castle Party (www.castleparty.com) in dem kleinen Ort Bolkow (bei Breslau) lockt bereits seit 1994 einmal im Jahr Fans aus ganz Europa an. Hier treten inzwischen auch die großen Stars der Dark Independent Szene auf. Was im Jahr 1994 mit 5 Bands und rund 300 Besuchern startete, hat sich inzwischen zu einem ähnlichen Event wie M’era Luna über 3 Tage hinweg mit 20 Bands, darunter 5 polnischen und 3 deutschen, entwickelt.

D.h. Konzepte wie das M’era Luna Festival werden in Osteuropa begeistert von den Fans angenommen – auch hier etabliert sich eine nationale Dark-Szene.

Vereinzelt entdecken bereits Event-Organisatoren die starke Nachfrage in Osteuropa innerhalb dieses Musik-Genres, wie z. B. der Dark-Szene-DJ Kai Hawaii (www.kaihawaii.de) aus Hannover, der bereits letztes Jahr seine Kontakte in der Szene nutzte und sein Konzept der New Wave Night (speziell auf diese Szene ausgerichtetes Disko-Event gepaart mit Live-Auftritten von Bands) äußerst erfolgreich nach Russland exportierte.

Aber damit ist die Marktlücke noch nicht gefüllt – eine stärkere Kooperation der Event-Organisatoren oder der lokalen Szene-Größen würde sicher auf einen großen und sehr interessierten Markt treffen. Wünschenswert wäre natürlich auch der Import der lokalen osteuropäischen Bands in die Programme der deutschen Festivals. Dann würde sicher ein noch stärkerer grenzübergreifender „Festival-Tourismus“ einsetzen (wie bereits bei der Castle Party üblich, bei der polnische, tschechische und deutsche Fans gemeinsam ihre „Musik-Helden“ feiern) und somit ein interessanter Austausch innerhalb dieser Musik-Szene beginnen – sicher zur Begeisterung der Fans und damit in lukrativer Form für die Organisatoren!


Nicola Stobbe, imoe>

 

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